Wenn es in den Blumengärten Hirschstetten heißt: "Wienerisch im Advent", ist es ganz egal wie das Wetter ist. Pünktlich um 18.00 Uhr sind nicht nur die Musiker voll einsatzfähig, sondern auch die Sitzplätze werden Mangelware. Kennt man doch vom Vorjahr schon die einzelnen Bands beziehungsweise Sänger. Diesmal unterhalten uns Marika Sobotka, Herbert Sobotka, Herbert Schöndorfer und H.P.Ö. (Heider Poldi Österreich)
Viele der Besucher, für die diese Veranstaltungen im Advent schon zu einem Pflichttermin geworden sind, kennen einander oft schon von den Veranstaltungen der Bühne Donaupark. Das gibt diesen Events einen persönlichen Touch und die Atmosphäre gleicht eher einem Treffen alter Bekannter.
Natürlich gibt es auch viele, die zum ersten Mal hier sind um wieder einmal Wienerlieder zu hören, die man kaum in einem Radiosender zu hören bekommt. Ich kann mir aber vorstellen, dass hier die Mundpropaganda dasselbe bewirkt wie bei der Bühne Donaupark im Sommer, nur dass man, wenn einmal der Platz zu knapp wird, nicht auf eine Wiese verweisen kann.
Herbert Sobotka hat als Präsident des Kulturvereins Donaustadt diese Idee geboren, hier Musik zu machen und der Erfolg gibt ihm mehr als recht. Kommt er doch selbst vom Fach der Operette und beherrscht zusätzlich sowohl die Orgel als auch das Spiel am Akkordeon. Seine Musikalität wurde ihm von seinen Eltern sozusagen in die Wiege gelegt. Seine Paraderolle, den Buffo, hörten wir natürlich an diesem Abend nicht, aber die Wienerlieder singt er mit so viel Gefühl, dass man es ihm glaubt, dass ihn an der Landesgrenze bereits das Heimweh einholt.
Prof. Marika Sobotka hat sich ebenfalls nach den vielen Auftritten im In- und Ausland mit ihrem Mann, vor allem dem Wienerlied verschrieben. Viele Aufnahmen gibt es sowohl von früher als auch jetzt in Form von CDs. Ein Ehepaar sind die beiden zwar nicht mehr, aber ein großartiges Duo, wenn es um die Musik geht. Marika mit ihrem Temperament und ihrer schönen Stimme, hat vom ersten Lied an das Publikum als sehr willigen aber auch willkommenen Chor dabei.
Ob als Solosänger begleitet von Herbert Schöndorfer oder im Duett, hier haben wir es mit Vollblutmusikern zu tun und würden uns wünschen, dass uns diese Formation noch lange erhalten bleibt.
Die Musiker haben an diesem Abend immer wieder die Möglichkeit, eine kleine oder größere Pause einzulegen, denn H.P.Ö. unterhält einmal mehr das Publikum mit seinen selbst erdachten Geschichtchen in Reimen. Und das vornehmlich nicht in herkömmlicher Schriftsprache sondern in Wiener Mundart oder dem Deutsch, das wir von den vor Jahrzehnten aus dem nahen Osten Zugewanderten doch noch de öfteren hören. Wenn H.P.Ö. in die Rolle dieser Figuren schlüpft, vergisst man alles rund um sich. Die Ideen sind aus dem Leben gegriffen und die Pointen genial gesetzt. Hier wird am Schluss nicht gelacht, hier wird gewiehert und schon in der Pause kaufen die begeisterten Zuhörer ihre Weihnachtsgeschenke in Form der witzigen Bücher dieses Autors. Das sagt alles aus!
Prof. Marika Sobotka weist auf die besonderen Fähigkeiten von Herbert Schöndorfer hin, der bis dahin fast im Verborgenen wirkte, weil doch als Begleitung, wenn auch zusätzlich Vocal, immer der Frontsänger die "Lorbeeren" erntet. Vor allem erwähnt sie, dass dieser Musiker ein eigenes Tonstudio betreibt und er sowohl komponiert als auch textet.
Aufmerksam lauscht nun das Publikum seinen vorerst heiteren Liedern, aber eines seiner eigenen Werke lässt deutlich werden, wie es um die Seele des Österreichers und im Besonderen um die des Wieners bestellt ist. "Ja, das is mei Land" hören wir von Herbert Schöndorfer und er erntet dafür nicht enden wollenden Applaus, mit immer lauter werdenden Bravo-Rufen und vielen Besuchern ist diese Darbietung "Standing Ovations" wert ist.
Wenn ein Abend so endet und Gäste mit diesem Lied im Ohr nach Hause gehen, dann kann man rechnen, dass sie im nächsten Jahr "Wienerisch im Advent" sicher nicht versäumen werden.
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