Wednesday, 29. July 2009
Geschrieben von Helga Schenk
in Berichte um
21:06
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Tags für diesen Artikel: afrika tage, alfred brunsteiner, floridsdorf, fredl petz, fredy tezzele, heinz jiras, klaus kofler, peter steinbach, wiener blue(s), wienerisch, wienerlieder
Wiener Blue(s) - Afrika Tage
Als ich heuer ein Programm für die "Afrika Tage" in Händen hielt, musste ich vorerst einmal den "Google" bemühen, da mir vom Großteil der auftretenden Künstler so gut wie gar nichts bekannt war. Das ist weiter nicht verwunderlich, da ich mit dem Besuch dieses Fests Neuland betrat.
Eine Überraschung bot der Mittwoch für mich:
WIENER BLUE(S) treten um 20.00 Uhr auf! Selbstredend, da sind wir aus mehreren Gründen mit dabei!
Diese Band, bestehend aus
Heinz Jiras - Gesang und Akkordeon
Klaus Kofler - Percussion und Chorbassist
Fredi Tezzele - der bluesige Stromgitarrist
Fredl Petz - am Bass und Chorsänger
Peter Steinbach - Kazoo und Gesang
besticht durch ihren ureigenen Wiener Charme, der aber weit entfernt der typisch weinerlichen Sentimentalität vieler bekannter Wienerlieder liegt. Ob altes oder neues Wienerlied, der Interpret, Peter Steinbach, bringt jedes mit Überzeugung und fesselt so seine Zuhörer.
Eine Überraschung bot der Mittwoch für mich:
WIENER BLUE(S) treten um 20.00 Uhr auf! Selbstredend, da sind wir aus mehreren Gründen mit dabei!
Diese Band, bestehend aus
Heinz Jiras - Gesang und Akkordeon
Klaus Kofler - Percussion und Chorbassist
Fredi Tezzele - der bluesige Stromgitarrist
Fredl Petz - am Bass und Chorsänger
Peter Steinbach - Kazoo und Gesang
besticht durch ihren ureigenen Wiener Charme, der aber weit entfernt der typisch weinerlichen Sentimentalität vieler bekannter Wienerlieder liegt. Ob altes oder neues Wienerlied, der Interpret, Peter Steinbach, bringt jedes mit Überzeugung und fesselt so seine Zuhörer.
Die Idee des Organisators, beim Afrika Festival eine fast typisch Wienerische Band zu integrieren und dadurch ein Stück kulturelles Wien einem Afrikaner näher zu bringen oder zumindest eine Spur Interesse zu wecken, kann man schon als mutig bis genial bezeichnen. Sicher ein sehr intelligenter Mensch mit einem großen Herzen. Hochachtung!
Die erste Frage die ich mir stellte: "Wie wird das Publikum mit den hauptsächlich in Mundart vorgetragenen Liedern umgehen?" Und das war schon der erste Denkfehler. So wie schon am Samstag, bestanden die
Besucher zu 80% aus "Bleichgesichtern", also dieser Sprache durchaus mächtig.
Viele davon saßen "heurigenähnlich" nahe der kleinen Zelte, wo das Personal bestens für das leibliche Wohl sorgte. Es waren viele Fans dabei, die vom Auftritt der "Wiener Blue(s)" wussten. Die Bänke vor der Bühne waren allerdings viel zu weit entfernt aufgestellt, sodass der sonst spürbare Kontakt, Publikum-Künstler, stark unter dieser Distanz litt. Absperrgitter wie bei Events mit Tausenden Besuchern waren hier
nicht nur fehl am Platz, sie ließen auch den Funken nicht überspringen.
Dass laute Musik, seitlich der Bühne zu einem Missklang dieser so unterschiedlichen Stile führte, war ärgerlich, aber nicht die einzige Störung. Im großen Zelt scharten sich Percussionsbegeisterte um eben diese Musikinstrumente und auch damit waren die Zuhörer von "Wiener Blues" akustisch konfrontiert. Von all diesen Unzulänglichkeiten nahmen die Leute von der Tontechnik keine Notiz. Hinaus in die Reihen des Publikums und sich vergewissern ob die Klangtechnik passt!? So handhaben das die wahren Profis. (Da fällt mir spontan der Name "Alfred Brunsteiner" ein, von dem könnte so mancher etwas lernen.)
Das gezeigte Interesse vieler Afrikaner an den Darbietungen von Wiener Blue(s) wurde so durch Egoismus und Ignoranz, hauptsächlich durch Leute aus unseren Reihen durch deren Trommelklänge zunichte gemacht. Sie haben dadurch die brillante Idee des äußerst wichtigen Kulturaustausches bereits beim ersten Ansatz auf unintelligente Art unterbunden.
Neugierig geworden kam das Publikum zwar näher, beäugte Klaus Kofler vor allem wegen seines Cajons und wartete gespannt, ob er nun der Mann des Abends werden würde.
Hauptakteur war aber Peter Steinbach mit den prägnanten Texten seiner Lieder. In jedem Wort lag Gefühl und die Musikstücke lebten durch Ausdruck in Stimme und Mimik. Seine Begeisterung für diese Musik kam beim interessierten Publikum deutlich an und an jedem anderen Ort hätte es dafür Standing Ovation gegeben.
Der Grund aber, warum so viele unserer Landsleute das Afrika Fest besuchen dürfte die Tatsache sein, dass sie hier das suchen und auch finden, was sie von schönen Urlauben in afrikanischen Ländern kennen und lieben
lernten und dieses Urlaubsfeeling können sie sich hier wieder in Erinnerung rufen. Viele haben für sich auch entdeckt, dass genau diese Musik, dieser Rhythmus und der Tanz Stress abbauen und diese Kombination Balsam für ihre Seele bedeutet.
Bei diesem Fest auf der Donauinsel steht vielen der Sinn nach "Monokultur" und gäbe es hier ein Festival der Nationen - nicht in der Größe eines Donauonselfestes - dann wäre das Interesse an der musikalischen Vielfältigkeit bestimmt sehr groß.
Nicht genug kann man die Idee des Organisators würdigen, der einen klugen Schritt gewagt hat und die Möglichkeit bot, sich auf kulturellem Weg einander zu nähern. Aber leider wurde diese Gelegenheit nicht in dem Ausmaß angenommen, wie sich das vielleicht viele gewünscht hätten.
Etliche positive Reaktionen gab es nach dem Auftritt der "Wiener Blue(s)" und Fragen nach weiteren Auftrittsterminen in einem anderen Rahmen.
Das Angebot, Wiener Blue(s) im nächsten Jahr wieder hierher einzuladen, sollte von beiden Seiten noch einmal gut überdacht und besprochen werden.
http://fotos.wien22.net/20090729AfrikaTage-WienerBlue(s)/slides/DSC_6730.html
Die erste Frage die ich mir stellte: "Wie wird das Publikum mit den hauptsächlich in Mundart vorgetragenen Liedern umgehen?" Und das war schon der erste Denkfehler. So wie schon am Samstag, bestanden die
Besucher zu 80% aus "Bleichgesichtern", also dieser Sprache durchaus mächtig.
Viele davon saßen "heurigenähnlich" nahe der kleinen Zelte, wo das Personal bestens für das leibliche Wohl sorgte. Es waren viele Fans dabei, die vom Auftritt der "Wiener Blue(s)" wussten. Die Bänke vor der Bühne waren allerdings viel zu weit entfernt aufgestellt, sodass der sonst spürbare Kontakt, Publikum-Künstler, stark unter dieser Distanz litt. Absperrgitter wie bei Events mit Tausenden Besuchern waren hier
nicht nur fehl am Platz, sie ließen auch den Funken nicht überspringen.
Dass laute Musik, seitlich der Bühne zu einem Missklang dieser so unterschiedlichen Stile führte, war ärgerlich, aber nicht die einzige Störung. Im großen Zelt scharten sich Percussionsbegeisterte um eben diese Musikinstrumente und auch damit waren die Zuhörer von "Wiener Blues" akustisch konfrontiert. Von all diesen Unzulänglichkeiten nahmen die Leute von der Tontechnik keine Notiz. Hinaus in die Reihen des Publikums und sich vergewissern ob die Klangtechnik passt!? So handhaben das die wahren Profis. (Da fällt mir spontan der Name "Alfred Brunsteiner" ein, von dem könnte so mancher etwas lernen.)
Das gezeigte Interesse vieler Afrikaner an den Darbietungen von Wiener Blue(s) wurde so durch Egoismus und Ignoranz, hauptsächlich durch Leute aus unseren Reihen durch deren Trommelklänge zunichte gemacht. Sie haben dadurch die brillante Idee des äußerst wichtigen Kulturaustausches bereits beim ersten Ansatz auf unintelligente Art unterbunden.
Neugierig geworden kam das Publikum zwar näher, beäugte Klaus Kofler vor allem wegen seines Cajons und wartete gespannt, ob er nun der Mann des Abends werden würde.
Hauptakteur war aber Peter Steinbach mit den prägnanten Texten seiner Lieder. In jedem Wort lag Gefühl und die Musikstücke lebten durch Ausdruck in Stimme und Mimik. Seine Begeisterung für diese Musik kam beim interessierten Publikum deutlich an und an jedem anderen Ort hätte es dafür Standing Ovation gegeben.
Der Grund aber, warum so viele unserer Landsleute das Afrika Fest besuchen dürfte die Tatsache sein, dass sie hier das suchen und auch finden, was sie von schönen Urlauben in afrikanischen Ländern kennen und lieben
lernten und dieses Urlaubsfeeling können sie sich hier wieder in Erinnerung rufen. Viele haben für sich auch entdeckt, dass genau diese Musik, dieser Rhythmus und der Tanz Stress abbauen und diese Kombination Balsam für ihre Seele bedeutet.
Bei diesem Fest auf der Donauinsel steht vielen der Sinn nach "Monokultur" und gäbe es hier ein Festival der Nationen - nicht in der Größe eines Donauonselfestes - dann wäre das Interesse an der musikalischen Vielfältigkeit bestimmt sehr groß.
Nicht genug kann man die Idee des Organisators würdigen, der einen klugen Schritt gewagt hat und die Möglichkeit bot, sich auf kulturellem Weg einander zu nähern. Aber leider wurde diese Gelegenheit nicht in dem Ausmaß angenommen, wie sich das vielleicht viele gewünscht hätten.
Etliche positive Reaktionen gab es nach dem Auftritt der "Wiener Blue(s)" und Fragen nach weiteren Auftrittsterminen in einem anderen Rahmen.
Das Angebot, Wiener Blue(s) im nächsten Jahr wieder hierher einzuladen, sollte von beiden Seiten noch einmal gut überdacht und besprochen werden.
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