Obwohl am Freitag die ersten Künstler - "
D' Schlawiner" - erst um 16:00 Uhr auftraten, saßen bereits eine Stunde davor viele Besucher bei den Heurigentischen zwischen den Heurigen-Standeln und ließen sich all die Schmankerln und natürlich auch die guten "Tröpferln" die hier ausgeschenkt werden gut schmecken.
"Den Schlawinern", Alex Cenker, Fritz Kamenik und Peter Riener gehörte ab dem ersten Wienerlied die komplette Aufmerksamkeit. Zusätzlich trugen sie noch zur Vermehrung unserer Lachfalten bei. So nebenbei unterhielten wir uns köstlich über etliche sehr gut erzählte Witze. Da kamen die Besucher gar nicht mehr auf die Idee "weiterzuwandern".
Für viele war natürlich ganz klar, welche Künstler sie auf keinen Fall verpassen wollten. Aber wer einmal diese familiäre Stimmung hier spürt, bleibt auf jeden Fall sitzen. Und wer kennt nicht schon längst die Lieder des unverwechselbaren Duos, "
Die Weltpartie" -
Franz Eder und
Heinz Grünauer - und will sie genießen. Sie sind nicht grundlos ein fixer Bestandteil beim Donauinselfest. Wenn dann die eingefleischten Fans bei dem Lied "Meine Freunde die san für mi a Weltpartie" aufspringen sich an den Händen halten und mitsingen, dann kennt vor allem die Begeisterung von
Kurt Jellinek, der durch's Programm führt, keine Grenzen. Mit der Aufforderung, dass auch jene Besucher mitmachen können, denen diese Aktion noch fremd ist, läuft er scheinbar offene Türen ein. Da schließt sich kaum jemand aus und das wiederum trägt zu einer ungemeinen Lockerheit bei.
Von
Michael J. Morgen mit der
Harald Fendrich Band sind wir deshalb überrascht, weil wir wissen, dass sie von Oldies und aktuellen Schlagern über volkstümliche Musik bis hin zum Partysound alles bringen, aber dass bei ihnen auch Musik aus Wien nicht zu kurz kommt, hat uns sehr gefreut. Am Rande bemerkt: "Michael J. Morgens Stimme erinnert stark an die Stimme von Tom Jones."
Horst Chmela - was braucht man da noch viel schreiben! Mir fällt dazu spontan nur ein: "kam, sah und siegte!" Er betritt die Bühne und das Publikum tobt. Er hat eine Anhängerschar, die das Wort Treue nicht nur vom Papier her kennt. Sie liegt ihm zu Füßen. Was auffällt ist, dass viele Jugendliche die Texte seiner Lieder ebenso beherrschen wie wir "alten Hasen". Dabei wiederum sind es die Burschen, die sich bei vielen Liedern als textsicher zeigen. Chmela spricht also recht deutlich schon die Jugend an. Das zeigt sich auch bei den Autogrammbitten. Dass Horst Chmela am Donauinselfest an allen drei Tagen eingesetzt war, hat sicher seine Berechtigung. Denn an allen drei Tagen gab es Zuschauerrekorde. Er wird mit seinem Bekanntheitsgrad immer ein "Zugpferd" sein.
Am Samstag eröffnet den Reigen der Wienerlieder das
Trio Wien. Alfred Gradinger, Franz Horacek und Hans Radon hätten sich nicht besser finden können. Ergänzung pur! Hier spürt man Professionalität gepaart mit Charme und Witz. Sie verdienen ein Publikum das imstande ist, dem Wohlklang der drei Instrumente und Stimmen zu lauschen.
Das Duo
Hodina-Koschelu hörten wir nicht in der Originalbesetzung. Karl Hodina, nach einer Operation noch nicht voll einsatzfähig, wurde von
Fredi Gradinger bestens vertreten und das heißt im Klartext, dass wir die Lieder Hodinas nicht missen mussten. Der stürmische Applaus galt nicht nur den Liedern, sondern in gleichem Maße den beiden Künstlern. Ein Überraschungsgast war
Kurt Girk. Er wurde auf die Bühne gebeten und mit seiner unverwechselbaren Stimme ließen wir uns von ihm mit ganz alten Wienerliedern in die Vergangenheit zurück versetzen. Er ist ein Liebling der betagteren Wiener!
Bei
Rudi Luksch und
Victor Poslusny kann man sich den Namen "
Die zwei Strawanzer" nur so erklären, dass sie schon viel in der Welt herum gekommen sind. Unter anderem aber auch jedes Jahr als Duo beim Opernball im Heurigenstüberl. Dass man dabei auf Qualität achtet ist wohl jedem klar. Jedes weitere Lob wäre Eulen nach Athen tragen. Dieses Duo begleitete
Sabine Mach die für mich persönlich die Netrebko des Wienerliedes ist. Diese Klarheit der Stimme, die Sicherheit, diese Ausstrahlung. Als würde sie diesen Job seit Jahrzehnten ausüben. Sie müsste schon längst der ganz große Star sein! Einen Sänger zu vertreten ist etwas schwierig und wenn es
Gerhard Heger "Die Stimme Wien" ist, wird es noch schwieriger. Wir alle kennen
Uli Wehofer und er fügte sich gut in den Strauß der in diesem Block auftretenden Sänger ein.
Auch
Herbert Rimpl gehörte, so wie im Vorjahr, auch heuer wieder zu den auserwählten Interpreten. Wir freuten uns über die selteneren doch eben so schönen Wienerlieder wie: "Gestern war's, in ana stillen Seit'ngassn" oder: "Im Leben is' wia am Schachbrett". Es gefällt uns nicht nur sein auffallend elegantes Outfit sondern auch seine Stimme.
Marika Sobotka und
Walter Heider! Zwei Professoren, die sowohl solo als auch im Duo stimmgewaltig sind. Das Temperament der halben Griechin, bei der aber bei jedem Wienerlied die Liebe zu ihrem Wien spürbar ist, animiert jeden Zuhörer zum spontanen Mitsingen. Walter Heider wäre für mich "Die Stimme Wien und Umgebung". Bei der Vielfalt an Interpreten hat man die Qual der Wahl, aber wer sich geballt Gutes tun will, gönnt sich
"Wien und seine Künstler" am Sonntag dem 9. November um 15:00 Uhr im Großen Rathaussaal.
Wenn wir bis jetzt teilweise sogar melancholische Wienerlieder zu hören bekamen, dann ist nun der Moment gekommen, wo es überwiegend heißt: Action, Wortwitz auch im Lied - und viel Schwung. Wir meinen damit "
Das Ecker Trio": Kom.-Rat Hans Ecker, der das Sagen hat, Rudi Bichler nach dessen Rhythmus sich seine Musiker-Kollegen zu richten haben und Peter Jägersberger, der alle Blicke magisch auf sich lenkt, weil erstens die Optik dazu verführt und er außer der Gitarre ein Virtuose auf etlichen Blasinstrumenten ist. Dem Trio zuzuhören macht den größten Langweiler zu einem übermütigen Spitzbuben. Bei einer Band, wo heuer schon die vierte Schifffahrt ausgebucht ist, lassen sich die Fans nicht mehr so genau zählen. Es geht sehr steil bergauf! Wie gewohnt, brachten sie auch an diesem Tag wieder eine grandiose Leistung!
Für Sonntag 10:30 Uhr war ein Frühschoppen mit den
Wiener Blues am Programm. Obwohl ich viel zu früh gekommen war, saßen bereits viele Besucher in der Morgensonne und deckten sich bei den Heurigen-Standeln auch schon mit einem deftigen, scheinbar zweiten Frühstück ein. Da sie alle ausgeschlafen schienen, verwarf ich den Gedanken, sie wären der Einfachheit halber vom Vortag noch immer hier. Vereinzelt hörte ich allerdings später, dass doch manche erst um 4:00 Uhr morgens den Weg nach Hause fanden und trotzdem der
Wiener Blues wegen schon wieder hier anzutreffen waren. Von
Peter Steinbach, Frontsänger der Band, hören wir viele Lieder die passend zu seinem Beruf als Polzeibeamten, von "Strizzis, Pülcha und dem Häfn" handeln. Alles recht bluesig dargebracht und mit teilweise unterhaltsamen Texten von längst vergessen geglaubten Liedern wie zum Beispiel dem "Schneeflockerl und Ruassflankerl", oder dem "G'schupften Ferdl". Man glaubt nicht, wie breit diese Palette ist. Er beherrscht auch das vielleicht nicht so bekannte Kazzoo. Auf dem Akkordeon begleitet wurde er von
Heinz Jiras, der ein Gründungsmitglied dieser Band ist und dessen Name so mancher ganz zu Recht mit 4xang in Verbindung bringt. Wer
Fredl Petz in seiner Band hat, der kann davon ausgehen, dass er mit diesem Mann einen "Goldfisch an Land gezogen hat". Mit
Klaus Kofler besitzt diese Truppe einen Mann, der auf der Akustikgitarre ebenso einsetzbar ist, wie am Cajon. Gute Sänger sind sie alle.
Fredy Tezzele (der mich persönlich besonders beeindruckt) auf der E-Gitarre, komplettiert dieses mit einem unterhalsamen weil sehr amüsanten Repertoire ausgestattete Quintett, bestens.
Ein
Horst Chmela exakt um 12 Uhr Mittags, da wird auf das Essen verzichtet, denn da wird mitgesungen und das wird mit vollem Mund eher schwierig. Auch wird das Essen kalt. Diese Erfahrung habe ich bereits hinter mir und daraus gelernt. Zwei Mal am Abend und dann noch um die Mittagszeit. Der Chmela kann auftreten wann er will, seine Fans werden immer zur Stelle sein.
All die Pausen, die durch Umbauten auf der Bühne etc. entstanden, verkürzte uns
Rocking Fritzi alias
Fritz Schar. Wir hörten von ihm Wienerlieder ebenso, wie solche von Dean Martin, Elvis, Rock `n' Roll, Evergreens und Schlagermusik. Da kann man ohne Übertreibung sagen: "Kleiner Mann - ganz groß!" Was vielleicht an Körpergröße fehlen könnte, macht er mit seiner Stimme wett. Etliche Besucher fragten, ob der Mann Playback gesungen hat. Für die, die nicht fragten und es wissen wollen: Nein,
Rocking Fritzi sang live. Nur die Instrumentalaufnahmen kamen aus der Dose. So wie es viele bekannte Künstler handhaben.
Birgit Sarata serviert uns danach die
Malat Schrammeln und das ist unumstritten Musik allerfeinster Sahne. Es sind Künstler, die schon mit oftmaligen Auftritten in Japan, China, USA und selbstverständlich auch in vielen Teilen Europas das Publikum begeisterten. Wir hatten diesmal die Möglichkeit, nicht nur Musik mit dieser typischen Wiener Tradition unter freiem Himmel zu genießen. Diesmal begleiteten die Malat-Schrammeln die quicklebendige
Ingrid Merschl, in deren Stimme so viel gute Laune mitschwingt und auch
Peter Rosen kam in den Genuss dieser Begleitmusik. Zu guten Stimmen gehört eben auch das passende Orchester und diese Kombination empfand ich als außergewöhnlich harmonisch.
Mit Wiener Melodien, gespickt mit heiteren Geschichtchen und Witzen, zieht
Christian Müller vom ersten Augenblick an das Publikum in seinen Bann. Er kann nicht nur singen, sondern entwickelt beim Erzählen der Witze und Geschichtchen eine Atmosphäre, als stünde man Mitten in diesem Geschehen. Bekannte Schlagermusik, Oldies und all das wo wir so gerne mitschunkeln bekommen wir zu hören. Auch
Marika Sobotka läuft zur Höchstform auf und Stimme und Stimmung halten sich die Waage. Sie ist ein Temperamentbündel hoch zwei. Als Duo ernten sie tosenden Applaus. Hier profitiert ganz deutlich einer vom anderen. Das sollten sie beibehalten.
"Blasmusik vom Feinsten" wird uns mit der Kapelle der
Wienerwaldmusikanten versprochen. Sie halten sich ganz exakt an diesen Titel. Es ist Blasmusik, die dem Ohr schmeichelt. Eine Vielzahl an Wienerliedern, aber auch einige Kostproben aus einem reichhaltigen Repertoire. Alles mit Präzision vorgetragen. Ohne Zugabe kamen sie nicht von der Bühne.
Die
Jazz Gitti drohte in's Wasser zu fallen. Der Regen lauerte schon am Himmel. Aber das schien diese resolute Dame nicht im Geringsten zu stören. Vorerst wurde sie von ihren Fans belagert und sie schrieb ein Autogramm nach dem anderen und stellte sich bereitwillig zu jedem, der ein Foto mit ihr wollte. Nicht jeder Künstler hat die Nervenkraft vor einem Auftritt dafür. Und gerade das ist es, was wir so sehr an ihr schätzen. Sie weiß immer, wie sie ihre Fans behandeln muss. Dafür liebt man sie und auch ihre so aussagekräftigen Lieder. Keine Wienerlieder, aber Lieder für uns Wiener geschrieben. Lieder, in denen wir uns und unsere Lebenssituation wiederfinden. Es ist eine Stimmung wie zu Silvester am Stephansplatz, wenn die Korken knallen. Das Wetter schlägt nach einer knappen Stunde um und es beginnt zu regnen. Einige spannen Regenschirme auf. Es wird nun noch kühler und unangenehmer. Die Stimmung lässt mich das ungute Wetter kaum spüren. Noch ein Lied und noch ein Foto. Einzelne Besucher gehen doch nach Hause. Mein "Chauffeur" lässt auch mir keine Wahl; Schluss mit Jubel. Schade - 3 schöne Tage sind zu Ende!
Wir wissen, dass es all diese musikalischen Leckerbissen, die wir kostenfrei auf der Wienerlied-Insel genießen können nicht gäbe, hätte sich
Kurt Landsmann vor 4 Jahren nicht so dafür eingesetzt und fest daran geglaubt, dass die Wiener diese Gelegenheit auch wahrnehmen werden. Ich glaube, dass ich im Namen vieler sagen kann: "Wir sagen Dir und allen die Du dafür einsetzen musstest ein herzliches Dankeschön!"