Vom Abendessen mehr als satt, war es nicht ratsam, aufs Zimmer zu gehen. Unweigerlich hätte uns der Schlaf übermannt und die Show wäre uns nicht mehr so wichtig gewesen. Bei den lauen Nächten fiel die Entscheidung zum Flanieren nicht schwer und so waren wir immer zur Stelle wenn es hieß: "Showtime!"
Wer die Bars bevorzugte, fand sie immer stark besetzt aber mit ganz flinkem Personal vor und in den bequemen Aufenthaltsräumen wurde es auch nie langweilig.
Jugend besitzt viel Power und wer sich für den Job des Animateurs entschließt, muss viele Talente mitbringen. Wenn man aber bedenkt, dass diese Burschen und Mädchen von morgens bis über Mitternacht hinaus immer in Bewegung sind, dann kann man nur staunen, wenn um 21.30 Uhr die Abendshow beginnt und bei diversen Musicals getanzt wird, als hätte der Tag erst begonnen. Auch die schauspielerischen Talente waren erstaunlich. Das waren für mich Highlights. Ulkiges integriert in ein Musical um es ein wenig aufzulockern finde ich als eine gute Idee.
Ich lache sehr gerne, aber ich kann mich nicht wirklich für Sketches erwärmen. Kann aber auch daher kommen, dass ich fast alle Pointen schon kenne. Dass Unterhaltungsprogramm Geschmacksache ist beweist die Aussage mancher Urlauber, die nicht zur Show kommen, wenn die Profi Flamenco-Tänzer angesagt sind. Andere wieder finden eine Profi-Zaubershow nicht sehenswert, bei der ich staunend mit offenem Mund dasitze und zu applaudieren vergesse! Ebenso geht es mir bei den Artisten. Diese Leistungen würde ich am liebsten täglich bewundern. Die Artisten die hier auftreten kommen aus dem im Haus sesshaften Fitness-Center. (Nicki war vor einigen Jahren Weltmeister im Bodenturnen)
Showtime ist beim Ausklingen lassen eines Tages so etwas wie das Sahnehäubchen. Ist man aber noch frisch und munter, schließt man sich der Animation an und verrenkt bei Musik seine Glieder. Die Bars verführen mit leckeren Cocktails und im Wissen, dass der Weg zum Zimmer nur ein Katzensprung ist, kann man sich schon ein wenig durchkosten. Meist wird es aber eine Limo, weil es hier so viel frisch gepresste Säfte gibt.
Was mir immer wieder auffällt ist die Begabung der jungen Leute für Fremdsprachen. Da war z.B. Diego. Als Spanier mit Holländischem Blut beherrscht er 8 (acht) Sprachen. Und das in einem Tempo, dass man nur so staunt - die reinste Maschinenpistole. Ein vergnügter Bursche und doch mit seinen 23 Jahren bereits im Besitz großer Lebensweisheiten. Interesse für alles was ihm zu Ohren kommt. Vielleicht kommt er 2010 auch wieder? Oder Soraya! So ein begabtes, herzliches und charmantes Mädchen. Die deutlichste Aussprache in jeder hier nötigen Sprache. (Vor allem bei Bingo wichtig). Sie war der Star unter den Animateuren. Obwohl ich sagen muss, dass es so wichtig ist, dass sie sich in allem so gut ergänzt haben und auch so gut miteinander auskamen. Joris der Chefanimateur zog im Verborgenen die Fäden. Er war durch einen Unfall gehandikapt.
Efke entdeckte ich überall. Also wieder eine Allroundkraft und man merkte bei jeder Bewegung, dass sie für Aerobic lebt. Abel war nicht nur Techniker und DJ, er eroberte auch die Bühne (ein Spanier). Jeffrey hatte immer ein Lächeln parat, aber er lief mir nicht so oft über den Weg. (Mountainbiken, Fußball, etc. ist nicht das Meine). Lisanne war immer die Hübscheste auf der Bühne, auch wenn sie eine Hexe spielte. Ja und Magali, die als Französin der Deutschen Sprache nicht so mächtig war, kam mit unserer österreichischen Mundart so gar nicht zurecht. Nicht einmal da hatte Diego ein Problem. Und schon gar nicht Luis Filipe, der Portugiese von der Rezeption, der unsere Mundart ganz entzückend spricht. Dave würden sich nicht nur die Bambini im nächsten Jahr wieder wünschen, über den würden wir uns auch sehr freuen.
Man gewöhnt sich in 2 Wochen schnell an nette Animateure, aber meist sind sie ein Jahr später nicht mehr da. Das war früher nicht so, aber als Außenstehender und mit der Materie nicht vertraut, kennt man halt die Hintergründe nicht. Wir lassen uns überraschen!
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